Equisetum - Schachtelhalm
Die Gattung Equisetum - Schachtelhalm umfaßt
nach heutigen Erkenntnissen nur etwa 15 Arten,
die weltweit mit einem Schwerpunkt in den
gemäßigten Gebieten der N-Halbkugel verbreitet
sind. Es handelt sich um bis zu etwa 150 cm hohe
(die tropischen erreichen mit E. giganteum Höhen
von bis zu 13 m!) Kräuter mit einem Rhizom,
das recht tief wurzelt (beim Sumpf-Schachtelhalm
E. palustre bis zum 4m!). Diesem entspringen die
aufrechten, bei uns meist einjährigen Sprosse
(E. fluviatile), die aus Gliedern aufgebaut sind.
Diese bestehen aus einem Blattknoten und dem
zugehörigen Sproßstück, dem Internodium.
An dessen Basis befindet sich eine Wachstumszone
aus weichem Gewebe, so daß die Sprosse bei
Zugbelastung an dieser Stelle auseinanderreißen
('Schachtelhalm').
Die Blätter eines Knotens sind
miteinander scheidig verwachsen. Diese Scheide
umschließt den Sproß und damit besonders auch
die empfindliche Wachstumszone, die auf diese
Weise gestützt wird. Die Seitenzweige entstehen
unterhalb dieser Scheide. In den Zellen der
sehr derben Epidermis (Oberhaut) finden sich
Silikatkristalle. Aus diesem Grund wurden
Schachtelhalme zum Polieren von Zinngeschirr
verwendet ('Zinnkraut'). An ihrer Spitze tragen die
Halme zapfenartige Gebilde aus zahlreichen, eng
beieinanderstehenden , die Ansammlungen
sporenproduzierender Blattorgane. Diese sog.
Sporophylle sind tischförmig, wobei die
Sporenbehälter wie die Troddeln einer Tischdecke an ihren Kanten inserieren. Interessant ist
nun, daß die Schachtelhalme (eine Familie mit
nur einer Gattung) die letzten Überbleibsel einer
in der Vergangenheit wesentlich artenreicheren
Gruppe darstellen, zu denen auch große, baumartige Gestalten wie die Calamiten der Karbonzeit
und des Perm gehörten (Calamites carinatus).
Wie der Stammbaum (D) lehrt, werden noch einige
andere größere Gruppen hinzugerechnet, die alle
bis auf die unscheinbaren Schachtelhalme bereits
vor etwa 130 Mio. Jahren ausgestorben sind.