Die Gesneriaceen sind eine Pflanzenfamilie mit etwa 2900 Arten in 140 Gattungen. Wichtige Zierpflanzen sind Usambaraveilchen (Saintpaulia spec.) oder Gloxinien (Gloxinia spec.). Die Familie gehört zur Verwandtschaft um die Rachenblütler (Scrophulariales) und ist mit wenigen Ausnahmen (Ramonda und Haberlea in den Pyrenäen und auf dem Balkan bis nach Griechenland) tropisch verbreitet. Fast alle sind an die Bestäubung durch Tiere (Zoophilie) angepasst.
Verschiedene Arten zeigen mit ihrer leuchtend roten Farbe, ihrer meist langen Kronröhre und ihrem Nektarreichtum an, dass sie ornithophil sind, also von Vögeln bestäubt werden. Bei mehreren der derzeit zu beobachtenden Arten (Columnea spec., neotropisch; Aeschynanthus spec., paläotropisch) schließt sich einer " männlichen" Phase mit weit herausragenden Staubblättern und teilweise noch in der Kronröhre geborgenem Griffel eine " weibliche" Phase an, bei der die Staubblätter nach unten gebogen sind und die an der Spitze des zwischenzeitlich +/- verlängerten Griffels befindliche Narbe in der Weise exponiert wird, dass sie sich an der gleichen Stelle wie vorher die Staubblätter befindet. Durch diese " Vormännlichkeit" (Proterandrie) ist die Selbstbestäubung erschwert, durch die besondere Lage von Staubblättern und Narbe ist sichergestellt, dass der sich am Kopf des besuchenden Vogels befindliche Pollen an die "richtige" Stelle gebracht wird.