Die Panzerbeeren von Salacca zalacca (Palmae)
Die Palmen (ca. 2700 Arten in 210 Gattungen) sind eine außerordentlich interessante und vielfältige Pflanzengruppe. Besonders augenfällig und extrem vielgestaltig sind die Blätter, die eine Größe von 24m (!) erreichen können. Aber auch die Früchte zeigen eine weites Merkmalsspektrum. Neben Beeren (Dattel) finden wir Steinfrüchte (Kokos-Nuss) und innerhalb der Rotang- (=Rattan-) Verwandtschaft (Unterfamilie Calamoideae; etwa 20 Gattungen) merkwürdige beschuppte Früchte. Sehr eindrucksvoll zeigt dies die ursprünglich auf Java und Sumatra beheimatete, heute im tropischen Asien weit verbreitete stammlose Salacca zalacca . Die Blüten sind eingschlechtig und zweihäusig verteilt. Aus dem behaarten, aus drei miteinander verwachsenen Fruchtblättern bestehenden Fruchtknoten (Fig. 2) entwickelt sich eine Frucht mit einer dünnen, aber stark glänzend beschuppten Außenhaut; die Haare sind noch deutlich als fein ausgezogene Spitzen der nach basal (!) gerichteten Schuppen zu erkennen Fig. 3, 4). Insgesamt ist aber diese glänzende, an Echsenhaut erinnernde Umhüllung des Samens nicht sehr fest. Das nach Ananas schmeckende Fruchtfleisch entspricht morphologisch der äußeren Schicht der Samenschale, stellt also eine Sarcotesta dar. Die Klassifikation der Früchte nach dem herkömmlichen System ist schwierig; man bezeichnet sie wegen der nicht allzu festen, aber nicht verholzten Hülle als Panzerbeeren. Salacca zalacca wird wie andere Vertreter dieser insgesamt mindestens 15 Arten umfassenden Gattung wegen dieser wohlschmeckenden Früchte angebaut.