Welwitschia mirabilis - ein 'Dinosaurier der Botanik'?
Nur eine eine Gattung mit der einzigen Art Welwitschia mirabilis (HOOK. f) CARR. umfaßt die Familie der Welwitschiaceae. Die Heimat der außerordentlich merkwürdigen Pflanzen ist die Namib-Wüste im süd- westlichen Afrika und in Angola. Benannt wurde sie nach Ihrem Entdecker, dem österreichischen Arzt und Botaniker FRIEDRICH WELWITSCH (1806-1872).
Im Laufe ihres vielleicht 2000 Jahre langen Lebens
produzieren die Pflanzen nur drei Blattpaare; nach den
Keimblättern (Co) sind es vor allem die beiden ständig
von der Basis her nachwachsenden und spitzenwärts
absterbenden breit bandförmigen Laubblätter (LB) und
zwei Schuppenblätter, die den Sproßscheitel einhüllen.
Der Sproß bleibt stark gestaucht und wächst erheblich in
die Dicke (bis zu 1m Durchmesser!). Eine massive
Rübenwurzel dient als Speicherorgan.
Außergewöhnlich sind die zapfenartigen,
zweihäusig verteilten Blüten, die zu zapfenartigen
Bildungen zusammentreten. Diese Zapfen sind mit
schuppigen, kreuzgegenständig angeordneten
Tragblättern besetzt, die in ihren Achseln die männ-
lichen bzw. weiblichen Blüten tragen. Diese sind je-
weils von zwei miteinander verwachsenen Hoch-
blättchen (Br) eingehüllt. Die weibliche Blüte besteht
daneben nur aus einer nackten (d.h. nicht von einem
Fruchtblatt eingehüllten) Samenanlage (SA; mit lang
geschnäbeltem Integument I).Die männlichen Blüten
besitzen ebenfalls eine Hochblatthülle, unter der sich
noch zwei weitere seitlich angeordnete schuppige
Blättchen (SB) finden. Einem häutigen Kragen entspringen
die pollenerzeugenden Organe aus jeweils drei (!)
miteinander verwachsenen Pollenfächern. Im Zentrum
findet sich eine sterile, rückgebildete Samenanlage (sSA).
Als Bestäuber treten wahrscheinlich neben dem Wind
auch Insekten in Aktion.